| Geistige Erlebnisse ... | ||
... und Ihre (Fehl-)Interpretation
Das häufigste Argument gegen schlichte Logik und einfache und klare
Gedankengänge ist immer wieder: Ich habe den heiligen Geist
gespürt, oder ich weiß wegen meinen Glaubenserlebnissen, oder
mein Gefühl sagt mir aber...
Nachdem also das arme Mitglied, ob der erschlagenden Fülle objektiver
Beweise gegen die Kirche die Fahne streichen muß, beruft man sich auf
seine Emotionen und diese sind, wie auch die Kirchenführer immer wieder
betonen, das Einzige, auf das man sich als Mitglied verlassen kann und soll.
Die Kirchenführer haben recht, Gefühle sind das einzige was evtl.
mal nicht gegen die Kirche spricht, da Gefühle für alles sprechen
können.
Ich frage mich wie ein denkender Mensch "Etwas", das verwandt ist mit
Haß, verliebt sein, Sympathie oder Aversie, als allgemeingültigen
Schlüssel zur Wahrheit, wider jeder Logik ansehen kann. Oder ist etwa
noch nie jemand von einem Menschen entäuscht worden, der ihm zuvor
sympathisch war oder hat sich noch nie jemand in die größte
Pflaume des Universums verliebt. Gefühle sind trügerisch und
gerade deshalb hat immer einer das Pech die falschen Gef&uuhle; zu haben,
wenn er ü:ber die Kirchenlehre spricht und deshalb zu meinen, sie sei
wahr.
Das Leben eines jeden Menschen ist begleitet von unwahrscheinlichen
Zufällen, seltsamen Ereignissen oder Dingen, die sich unserer Logik
entziehen. Bist Du Mormone, dann ist ein jedes dieser Ereignisse voll
mystischer Fazination und bestätigt Dir natürlich die Wahrheit
Deiner Kirche, samt Gottes wunderbarer Werke. Interessant ist nur, daß
der Zeuge Jehovah's von nebenan und Peterchen Gläubig von der
Neu-Apostolischen Kirche, Ihren Glauben auf dieselbe Basis stellen.
Über die mystische Fazination dieses Umstandes denkt man aber nicht
gerne nach, denn natürlich kommen meine Erlebnisse und Gefühle von
Gott, die anderen aus den anderen Sekten, müssen sich mit Satan als
Erklährung für Unverstandenes zufriedengeben.
Da wir das was wir glauben, denn auch weiter glauben wollen, um unser Leben
nicht in Frage stellen zu müssen, treibt diese Gefühlsinterpretation
seltsame Blüten. Haben wir ein positives Gefühl in Bezug auf eine
Lehre oder ein Pro-Glauben-Erlebnis, dann schwärmen wir von Heiligen
Geist der uns beseelt hat und erzählen davon. Ist das Gegenteil der
Fall, dann hat Satan uns in unserer Schwäche versucht oder das Erlebnis
war auf einmal unbedeutend, immer so wie es der Kirche gerade passt, und um
Gott den armen Wicht nicht Lügen zu strafen.
Fazit: Benutze Deine Gefühle nicht als Ausrede für Dein
Unverständnis und Deine Unfähigkeit mit einfachen Argumenten
umzugehen.
