| Aussteigen in Amerika | ||
Scheinbar hat es kürzlich eine Änderung gegeben, weil mir einige
Leute mitgeteilt haben, daß ihre Namen nicht so schnell wie gefordert
gelöscht worden sind. Dem Handbuch für Kirchenführer sollte
entsprochen werden. Einige Bischöfe und Zweigpräsidenten müssen
vielleicht wieder an die Kirchenrichtlinien erinnert werden und, falls
Du in den Vereinigten Staaten lebst, auch an die Religionsfreiheit. In
anderen Ländern sollte es gleiche Richtlinien geben. Ich besitze die
Ausgabe eines Handbuches von vor drei Jahren. Dies ist alles, was Du zu
tun haben solltest. Oft ist ein Nachfaßbrief mit der Androhung von
Veröffentlichung oder Einlegen rechtlicher Mittel notwendig, falls
die örtlichen Kirchenführer nicht das tun, was von ihnen innerhalb
von 30 Tagen von der ersten Forderung erwartet wird. Dieses habe ich im
März 1994 getan.
Stelle sicher, daß Du Deine eigenen Worte nutzt, vorzugsweise
in einem handschriftlich verfaßten Brief. Wenn Du einen Computer
benutzt, sollte das Schreiben keinesfalls wie ein Formularbrief aussehen.
Schicke diesen Brief per Einschreiben an die Privatadresse des Bischofs
oder Pfahlpräsidenten. Nutze nicht die örtliche Gemeinde- oder
Zweiganschrift. Es ist wichtig, daß Du die korrekte Privatadresse
und nicht die Kirchenanschrift verwendest.
Dieser Teil ist optional und sehr effektiv.
Gib an, daß Du, wenn Du nicht innerhalb von 30 Tagen von der
Kirche hörst, Dich an die örtliche Presse wendest und bekanntgibst,
daß Du die Aufhebung Deiner Mitgliedschaft wolltest und diese Deiner
Forderung nicht nachkam. Die HLT-Kirche haßt solche Schlagzeilen
und wird schnell reagieren. Du kannst dieses als Teil Deines Nachfaßbriefes
nutzen, wenn Du innerhalb von 30 Tagen seit Deinem ersten Brief nichts
von der Kirche hörst.
Du kannst ab 30 Tagen nach Absendung des Einschreibens an die örtlichen
Autoritäten auch die Unterlagenstelle der Kirche (Church Records Office)
in Salt Lake City anrufen. Die Telefonnummer ist 001-801-240-3500 (Bürozeiten
Mo-Fr 15.30-1 Uhr MEZ). Sage, daß Du vor über 30 Tagen schriftlich
Deinem Bischof oder Zweigpräsidenten eine formelle Forderung zukommen
lassen hast und dieser darauf nicht reagiert hat. Dort kann man Dir sagen,
ob Deine Mitgliedschaft aufgehoben wurde. Sollte sie dort noch bestehen,
wird der örtliche Führer beauftragt, Deine Forderung zu bearbeiten.
Mögliche Schwierigkeiten:
1. Die örtlichen Führer kennen Dich nicht und/oder haben
Deine Unterlagen nicht dort. Wenn Du dies für wahrscheinlich hältst,
dann schließe in Deinen Brief Dein Geburtsdatum und Geburtsort (ggf.
Geburtsname) ein. Diese werden benötigt, um Deine Unterlagen in Salt
Lake zu finden. Laß die Unterschrift unter Deinem Brief notariell
beglaubigen, bevor Du ihn abschickst.
2. Der örtliche Bischof oder Zweigpräsident sagt, Du mußt
ein "Interview" haben oder an einem "Gericht" teilnehmen. Es gibt keinen
Grund für ein Interview außer daß Du ihm sagen möchtest,
daß das alles eine große Lüge ist. Wenn er meint, daß
das eine Notwendigkeit wäre, sage ihm, daß Du in Deinem Brief
sehr deutlich warst was Kontakte von der Kirche betrifft und daß
Du rechtliche Schritte einleiten wirst, solltest Du wieder kontaktiert
werden. Die Kirche wurde schon erfolgreich verklagt, deshalb ist sie mit
Deinem Recht zum Austritt sehr wohl vertraut. Mache ihm klar, Deine Entscheidung
sei endgültig und daß Du auf ein Schreiben per Post wartest,
das die Auflösung Deiner Mitgliedschaft bestätigt.
3. Der Bischof ist besorgt um Deine "ewige Zukunft".
Ich kenne viele Bischöfe, die deshalb diese Forderungen verzögerten.
Das ist nicht akzeptabel. Schicke einen Nachfaßbrief 30 Tage nach
dem ersten, wenn Du keine Mitteilung erhalten hast, mit der Drohung, an
die Öffentlichkeit zu gehen, indem Du einen Leserbrief schreibst oder
eine Anzeige schaltest. Wenn Du einen Rechtsanwalt hast, dann laß
ihn diesen Brief abschicken.
Ich denke, das Wichtigste ist, sich nicht darüber entmutigen
zu lassen, wie die Kirche mit Deiner Mitgliedschaft umgeht. Entspann Dich
und mache Dir keine Sorgen darüber. Ich habe viele Briefe von Leuten
bekommen, die sehr darunter litten, daß die Kirche nicht so schnell
oder überhaupt nicht auf ihre gütlichen Forderungen reagierte
und sie erst Drohungen aussprechen mußten, um ihre Mitgliedschaft
gelöscht zu bekommen. Laß die Dich nicht emotional belasten.
Du hattest schon genug davon. Bleib ruhig und verstehe, daß Du es
mit einer autoritären Organisation zu tun hast, die immer wieder ihre
eigenen Regeln aufstellt. Laß es emotional einfach hinter Dir und
mache mit Deinem Leben weiter. Deine Mitgliedsunterlagen werden letztendlich
vernichtet.
Es ist erstaunlich, wie schwer es die Mormonenkirche ihren Mitgliedern
macht, auszutreten. Angefügt ist ein
Beispiel,
das sich kürzlich ereignet hat ...
